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კეთილი იყოს თქვენი მობრძანება საქართველოში

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Aufgrund des schlechten Wetters (bis zu 100 l/m2 Regen pro Tag) verbrachten wir einige Tage länger als geplant in Batumi, wo wir uns in dem Hostel bald schon sehr heimisch fühlten. Wir machten es uns an den grauen Tagen drinnen gemütlich, spazierten ein wenig durch das Viertel und ans Meer, das wir direkt aus unserem Fenster sehen konnten. An unserem Abreisetag schien die Sonne und die Grauheit und Nässe der letzten Tage waren wie vergessen. Unsere ersten Eindrücke waren der manchmal sehr unberechenbare Verkehr, in dem man alles mögliche erleben kann (wie das Fahrzeuge auf der Bundesstraße rückwärts durch einen knapp ein Kilometer langen Tunnel fahren) und an dem jedes Fahrzeug, das noch Fahren kann teilnimmt – oft mit fehlenden, angeklebten oder angebundenen Bauteilen. Zebrastreifen und grüne Ampelphasen funktionierten hier jedoch wieder besser als in der Türkei. Raus aus der Stadt staunten wir über die zum Teil märchenhaft schöne Natur und auch die märchenhaft erscheinende Schrift, die nochmal einige Level schwieriger ist als das kyrillische Alphabet. Solange wir noch in Reichweite des Schwarzen Meeres waren, waren die Temperaturen winterlich mild und mit Sonne manchmal sogar angenehm warm. Das Zelten ging gut, allerdings waren alle Sachen morgens immer ziemlich feucht.

Eines Morgens wurden wir von Regentropfen auf unserem Zelt wach. Da das Wetter im Laufe des Tages eher schlechter als besser werden sollte, bauten wir noch vor Sonnenaufgang schnell alles ab und brachen auf. Direkt nach dem wir aufgebrochen waren, begegneten wir einer Frau mit einer Kuh und einem gerade frisch geborenen Kälbchen. Unglücklicherweise befanden wir uns an diesem regnerischen Tag auf einer der schlammigsten und für Autos bereits unpassierbaren Straßen auf unserer Reise. Die zehn Kilometer legten wir im Rekordtempo von etwa 4 km/h zurück und waren froh eine asphaltierte Straße zu erreichen. Der Regen an dem Tag machte zwischendurch maximal 15 Minuten Pause, deshalb beschlossen wir uns bei einem Haus unterzustellen, wo Laura sich um unsere Bremsen kümmerte, die aufgrund der Nässe bzw. abgefahrenen Bremsbelägen nicht mehr funktionierten. Da wir ziemlich nass und kalt waren, beschlossen wir den nächsten Ort mit einer Unterkunft, Samtredia, anzusteuern und uns und unsere Sachen dort zu trocknen. Die erste Unterkunft, die wir ansteuerten war schon über den Dreck auf der Fußmatte draußen so empört, sodass wir uns dort nicht wohlfühlten und ihnen wohl nicht antun konnten unsere vom Tag leider nicht unverschmutzt gebliebenen Taschen dort hineinzutragen. In der zweiten Unerkunft schien es das genaue Gegenteil zu sein. Die ältere Dame half mit, Gepäck samt Fahrrädern nach drinnen zu bringen und bot uns (alles natürlich mit Hilfe von Zeichensprache) an, die Waschmaschine zu benutzen. In unserem Zimmer konnten wir alles ausbreiten, sodass wir am nächsten Morgen alles trocken einpacken konnten. Nachdem wir am nächsten Morgen jeweils noch das zweite Set Bremsen gefixt und die Räder ein bisschen geputzt hatten, ging es weiter durch die Dörfer.

Entlang der Straße, die wir fuhren grenzte ein Dorf an das nächste, sodass es nicht so einfach war Zeltplätze zu finden und wir oft dicht an Grundstücken zelteten. Eines Abends begegneten wir Padri, der dort vorbeilief, wo wir unser Zelt aufbauen wollten. Nur mit Zeichensprache (und auf Georgisch) erklärte er uns, dass er gegenüber wohnte und lud uns zu sich und seiner Frau Manana ein. Dort saßen wir am warmen Ofen, besichtigten ihre Gewächshäuser, wo Salat, Rucola und Spinat wuchsen und halfen, wie später ein paar Frauen aus der Nachbarschaft die Frühlingszwiebeln vorzubereiten. Wir wurden mit viel leckerem Essen versorgt, Manana wärmte Wasser auf dem Ofen, mit dem wir uns später waschen konnten und nachts durften wir in einem großen Bett schlafen. Erfüllt von so viel Gastfreundschaft, ging es am nächsten Tag nach einem leckeren Frühstück weiter.

An diesem Tag überquerten wir die auf 920 m höchstgelegene Stelle unserer Tour von Batumi nach Tiflis. Durch die Berge und immer mehr Schnee, der diese bedeckte erreichten wir den höchsten Punkt erst zur Dämmerung. Dort erwartete uns ein etwa 2 Kilometer langer und schlecht belüfteter Tunnel voll mit Abgasen. Tunnel sind auf dem Rad meist nicht sehr angenehm zu befahren. Danach steuerten wir den nächstmöglichen Platz zum Zelten an und bauten unser Zelt im Schnee in einer Art Park hinter einigen Häusern auf. Die Nacht war die bis jetzt kälteste auf unserer Tour, nur mit Mühe bekamen wir den Gaskocher zum Laufen und am Morgen war das Wasser in unseren Trinkflaschen gefroren. Von dort aus machten wir uns auf den Weg nach Gori (der Geburtsstadt Stalins), in der wir in einem Hostel übernachteten und einen Pausetag einlegten. Nach einer letzten Nacht im Zelt und durch wunderschöne Landschaften hindurch erreichten wir schließlich Tbilisi (Tiflis). Auf dem Weg entdeckten wir noch das georgische Kappadokien, genannt Uplistikhe, und sahen viele georgische Kirchen.

Im Vorhinein hatten wir teilweise über workaway Hostels kontaktiert, wo wir im Gegenzug für etwa 15-20 Stunden Arbeit die Woche umsonst wohnen können. Wir wollen eine Winterpause in Tbilisi mit noch unbestimmter Länge einlegen. Diese wird vor allem von den Wetterbedingungen und unseren Weiterreiseplänen abhängen, die wir in den nächsten Wochen nochmals in alle Richtungen recherchieren werden, und davon wie es uns in Tbilisi und den Hostels gefällt. Lauras Hostel ist in einem über 200 Jahre alten Haus gelegen und wird von einer Anzahl unterhaltsamer Charaktäre größtenteils für längerer Zeit bewohnt (es gibt auch einen hosteleigenen DJ). Noemis Hostel hatte ihre Ankunft leider verplant, sodass sie die ersten Tage zunächst in Lauras Hostel unterkam. Dort ergab sich die Möglichkeit in einem befreundeten Hostel direkt um die Ecke zu arbeiten. Beide Hostels liegen sehr zentral, quasi am Kudamm von Tiflis, der sogenannten Shota Rustaveli Avenue. Ein paar Tage nach unserer Ankunft stand direkt Weihnachten an! Da wir den 24. gemütlich verbringen wollten und sich die Hostels wegen Trubel und kein Privatraum nicht so sehr zum Feiern anboten, verbrachten wir Weihnachten in einer kleinen AirBnb-Wohnung direkt um die Ecke. Dort gab es sogar einen Ofen, sodass wir Weihnachsplätzchen backen konnten und ein leckeres Essen zubereiten konnten. Mit Kerzen und unter einem improvisierten Weihnachtsbaum machten wir sogar eine kleine Bescherung! In Georgien wird zwar auch Weihnachten gefeiert und in unserem Stadtviertel gibt es sehr viel Weihnachtsbeleuchtung, aber die Feier ist hier erst am 7. Januar, wo Väterchen Frost die Geschenke bringt. Deswegen war hier am 24. kein Feiertag, die Geschäfte alle geöffnet und die Straßen trubelig voll.

Am Morgen des ersten Weihnachtstages ging es wieder zurück in die Hostels. Diese sind beide nicht sehr voll, da es Nebensaison ist. Wir freuen uns auf die Zeit hier, die Stadt zu entdecken, mal wieder sesshaft zu sein und sind selbst sehr gespannt auf unsere Weiterreisepläne! Trotz Fahrradwinterpause werden wir euch aber dennoch hier über unsere Erlebnisse hier in Tbilisi und wie es dann weitergeht auf dem Laufenden halten.

Unser erster Morgen in der Natur von Georgien.

Der Blick von unserem Zeltplatz.

Wir haben den georgischen Verkehr soweit es ging gemieden.

Der Blick auf die Berge bevor der Regen kam.

Der Aufbruch im Regen.

Bremsbelege wechseln und Bremse einstellen mit eiskalten Fingern.

Am naechsten Tag gab es wieder Sonne.

Fruehlingszwiebeln aus dem Garten bereit fuer den Verkauf machen.

Das gute Essen frisch aus dem Garten von Padri und Manana.

Unsere erste Nacht im Schnee.

Die Dorfstrasse.

Nachdem wir fuer uns schon eine Weile duch den Schlamm gekaempft haben, endete der Weg hier und ging auf der anderen Seite weiter.

Unser campinplatz neben der Fluss.

Irgendwann haben wir eine Bruecke ueber den Fluss gefunden.

Fahrraeder vom Schlamm befreien.

Happy Day!

Betten umräumen in Lauras Hostel in Tbilisi.

Weihnachtsfruehstueck.

Noemi backt ihre beruehmten Haselnuss Weihnachtskekse.

Weihnachtslichter am Platz der Freiheit.

Unser Weihnachtsessen.

Die Blume hat den Weihnachtsbaum dieses Jahr ersaetzt.

Strassen von Tbilisi.

Der Blick auf Kartlis Deda.

Friedensbruecke.

Rike Park.

Die natuerlichen Schwefel Baeder von Tbilisi.

 

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1 kommentar

  1. Kathi Kathi

    Sehr schöne Fotos, mit so viel Schlamm.
    Habt Ihr hoffentlich gut überstanden!!
    Schön mal wieder was zu lesen von euch

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