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Dobrý Deň und Üdvözöljük

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In Wien verbrachten wir viele schöne Stunden mit Gordian und Alice und wurden geradezu göttlich versorgt. Es gab selbstgemachtes Eis, Marillenknödel, selbstgebackenes Brot und vieles mehr. Wir wohnten in einer eigenen Wohnung (dort wo normalerweise Noemis Cousin und Cousine wohnen, die aber gerade in Madrid bzw. umgezogen waren) und nutzten die Tage auch, um ein wenig Schlaf nachzuholen. An unserem zweiten Abend hatten wir ein schönes und spontanes Treffen mit Janina, einer Freundin aus Berlin, und ihrem Vater, die gerade zufaellig auch in Wien waren. Wir trafen uns am Rathausplatz, wo eine Aufnahme des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker auf einer grossen Leinwand wie in einem Freiluftkino gezeigt wurde und spazierten von dort aus zusammen durch die Wiener Innenstadt und assen noch ein leckeres Eis. Am folgenden Abend waren wir zur Einweihungsfeier von Noemis Cousin Alexander und seiner Freundin Julia eingeladen und lernten so ihre neue Wohnung und einige ihrer Freunde und Kollegen kennen. Tagsüber waren wir oft ein wenig in der Stadt unterwegs – da ist es so praktisch, wenn man sein Fahrrad direkt dabeihat 🙂 und ohne Gepaeck kommt man immer auch viel besser voran. Am Abreisetag sassen wir noch lange mit Gordian und Alice zusammen, erzaehlten und beratschlagten über mehreren ausgebreiteten Landkarten eine möglichst günstige Route für die naechste Zeit. Wie es aussieht werden wir naemlich weiter dem Eurovelo 6 folgen, also an der Donau entlang durch Serbien, eventuell Rumaenien und dann Bulgarien fahren und dann Varna am Schwarzen Meer ansteuern, anstatt wie geplant über Griechenland zu fahren, und dadurch einige Höhenmeter einsparen. Schliesslich brachen wir trotz zweifelhafter Wetterlage doch auf, ausgestattet mit leckeren Lunchpaketen mit extra dafür von Alice gebackenen Keksen und Striezel. Dass das Wetter dann anschliessend so schlecht werden würde, war zum Zeitpunkt der Abreise (auch im Wetterbericht) noch nicht vorherzusehen. Nach ca. 10 km Fahrt kam es zu starkem Platzregen, stellenweise sogar Hagel und ein Mini-Tornado. Diesem entgingen wir glücklicherweise grösstenteils, da wir uns in dem Pförtnergebaeude einer Ölraffinerie unterstellen durften. So konnten wir uns dann spaeter im Trockenen einen Zeltplatz suchen.

Am naechsten Tag setzten wir unsere Reise in Richtung Slowakei fort und erreichten Bratislava am spaeten Nachmittag. Unser Zelt schlugen wir etwas ausserhalb der Stadt nahe der Donau auf. Am naechsten Tag war es so warm, dass wir schon früh morgens von der Hitze geweckt wurden. Nach dem Zeltabbau fuhren wir ein Stück zurück nach Bratislava, frühstückten dort leckeres Gebaeck und Joghurt und waren im Internetcafe, um uns um den Blog und Recherchen zu kümmern. Die Nacht verbrachten wir wieder ein Stück weiter die Donau runter im Zelt; nach dem heissen Tag gab es ein starkes Gewitter und es war sehr stürmisch, das Zelt hielt aber alles gut ab. Der Weg war am naechsten Tag zunaechst ein Traum: leicht bergab, Rückenwind, direkt am Wasser und sehr guter Untergrund. die zweite Haelfte hatten wir leider sehr schotterigen Untergrund, in welchem die Raeder leicht wegrutschen. Abends fanden wir einen sehr schönen Zeltplatz direkt am Wasser.

Nun stand die Grenzüberfahrt nach Ungarn an. Nach guten 77 km erreichten wir die ungarische Stadt Esztergom, direkt an der slowakisch-ungarischen Grenze, in der uns unser erster Couchsurfer auf dieser Tour, naemlich Viktor erwartete. Nach einer kleinen Tour durch die Stadt und zu seinem Arbeitsplatz, erreichten wir sein Zuhause, ein typischer sozialistischer Plattenbau, wie er es uns schon vorher angekündigt hatte. Wir verbrachten eine schöne Zeit zusammen und lernten unsere ersten ungarischen Wörter. Das war dann direkt ein kleines Erfolgserlebnis, bei einem Gespraech von Nachbarn am naechsten morgen, „ja“ und „danke“ herauszuhören. Als wir spaeter unsere Fahrraeder beluden, wurden wir neugierig aus den Fenstern beobachtet und direkt in die (ungarischen) Gespraeche mit einbezogen, die sie untereinander von Fenster zu Fenster führten. Mit unserem Wortschatz waren wir jedoch schnell an unseren Grenzen, was die Nachbarn aber nicht zu stören schien.

Von dort aus setzen wir unsere Fahrt Richtung Budapest fort. Mit drohendem Gewitter im Rücken, schlugen wir unser Zelt ein gutes Stück vor der Stadt auf. Auch hier genossen wir den Luxus eines Supermarktes in unserer Naehe (am Rande Budapests), um frische Dinge zu frühstücken, anstatt wie normalerweise Porridge zu kochen. Um unser naechstes Ziel, naemlich Laszlo und seine Familie (Couchsurfer) in Dunaharaszti zu erreichen, durchquerten wir ganz Budapest und waren wieder mitten in einer Grosstadt. Viele Menschen, hupende Autos, viele schöne Gebaeude. Abends kamen wir bei Laszlo, Kata, Adam, Flora und Anna an und sollten viel laenger bleiben als ursprünglich geplant. Auf dem Weg nach Budapest, waren an einer sehr engen Stelle zwei der Taschen und Lauras Lowrider kaputtgegangen. Den abgebrochenen Lowrider konnten wir unterwegs mit der Hilfe von gerade vorbeikommenden Radfahren mit Klebeband und Kabelbinder wieder anbringen. Da die Taschen noch Garantie haben und der Vertreter der Ortlieb-Firma ein Fahrradladen in Budapest ist, beschlossen wir dort am naechsten Tag vorbeizufahren. Laszlo half uns beim Herausfinden der genauen Adresse und einer ersten Kontaktaufnahme, was sehr gut war, da wir mit Deutsch und Englisch allein hier nicht immer weiterkommen. Wir machten uns also auf den Weg nach Csepel, einem ehemaligen Industriegebiet des 19. Jahrhunderts, der heute von mehreren kleinen Firmen und Unternehmen genutzt wird und sich laut Laszlo wie eine Reise in die 50er-Jahre anfühlt. Dort war naemlich ein riesige Firma mit mehr als 20.000 Mitarbeitern gewesen. Im Laden „evobike“ angekommen, der uns von einem Mitarbeiter als „Diamant“ unter den Fahrradlaeden in Ungarn angepriesen wurde, konnten unsere Taschen repariert werden. Es stellte sich heraus, dass dieser Laden regelmaessig Raeder für lange Reisen zusammenbaute und auch über das Fahrrad hinaus gute Ausrüstung für Reisende anbietet. Der Laden sponsort auch ein Paar, dass eine 4-jaehrige Rad-Hochzeitsreise unternahm. Waehrend wir im laden warteten trafen wir auf Klara und Marton, die an dem Tag gekommen waren, um ihr Tandem-Liegefahrad zusammenzubauen, dass sie in zwei Wochen für ihre Hochzeit und im naechsten Jahr für eine Reise nach Neuseeland brauchen. In der zwischenzeit hatten wir uns für einige Veraenderungen an Lauras Fahrrad (neuer Staender, wieder die verstaerkte Kette und neuer Gepaecktraeger) entschieden, um das Gepaeck stabiler und sicherer transportieren zu koennen und Unfaelle wie mit dem Lowrider in Zukunft besser vorbeugen zu können. Nach dem Rückanbau von Lauras Hinterrad und einer anschliessenden Testfahrt von dem Fahrradmechaniker gingen die Züge der Rohloffschaltung kaputt. Grund war, dass diese ursprünglich nicht wie vorgesehen mit einer Leiste befestigt war (um ein Mitdrehen mit dem Rad zu verhindern), sondern als improvisierte Lösung durch einen sehr hohen Druck beim Ranspannen des Rads gehalten wurde. Als jetzt das Rad nur mit normalem Druck befestigt wurde, drehte sich die Nabe beim Fahren mit und die Züge rissen. Da normale Schaltzüge nicht passten, sollte nun also einer von der Rohloffvertretung in Ungarn besorgt werden. Da war der Chef jedoch im Urlaub, und da es sich um ein Ein-Mann-Unternehmen handelte, bleibt uns nun nichts anderes übrig, als bis zur Rückkehr des Rohloffunternehmens nach Ungarn vier Tage zu warten. Wir haben riesiges Glück mit Laszlo und Kata, die uns jetzt einfach statt wie anfangs geplant nur eine Nacht fast eine ganze Woche beherbergen werden. Laura hat für die Zeit ein Ersatzfahrrad, dass wir am naechsten Tag dort abholen konnten. Und falls alles noch viel laenger dauern sollte, sind wir sogar zu der Hochzeit von Klara und Marton eingeladen.

Die extra Zeit die uns geschenkt wurde, nutzen wir für gemeinsame Spiele (da wir bei den Zachers daran erinnert wurden, wieviel Spass Ligretto macht, haben wir das Spiel hier auch eingeführt) und Gespraeche mit unserer ungarischen Gastfamilie, für das Kennenlernen der ungarischen Sprache und Kultur und für einige Besorgungen und Recherche.

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1 kommentar

  1. Doreen Doreen

    Das klingt ja super bei euch. Ihr habt echt Spass.

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