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Kappadokien.

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In Aksaray machten wir einen Pausetag, an dem wir Kekse backten und uns um den Blog kümmerten. Abends kamen Gürkan, Turgay nach seiner Arbeit und noch zwei Freundinnen von ihm vorbei und Turgay brachte uns bei, wie man Backgammon spielt. Am naechsten Tag machten wir uns wieder auf den Weg und hatten ein von Turgay frisch für uns gebackenes Brot dabei 🙂 Nachdem wir Aksaray verlassen hatten, erbot sich uns eine traumhaft schöne Landschaft mit der Aussicht auf viele Hügel und die Berge bzw. Vulkane  Erciyes Dağı (3917 m) und Hasan Dağı (3268 m). In der ersten Nacht nach Turgays warmer Wohnung wurde es -4°C und wir waren sehr froh über die waermeren Schlafsaecke. Es war für uns das erste mal auf dieser Reise, dass wir nachts Minusgrade hatten und wir morgens eine dünne Eisschicht auf dem Zelt vorfanden.

Nachdem wir am naechsten Morgen alles wieder eingepackt hatten und uns auf den Weg weiter gen Osten machten, trafen wir zwei andere Langstreckenfahrradfahrer. Sie waren aus Nepal unterwegs nach Frankreich, kamen also aus der Richtung in die wir fahren würden. Wir tauschten einige Wegerfahrungen aus und erfuhren, dass es sehr schön und ruhig am Rande von Selime sein sollten. Dort fanden wir etwas abseits des Ortes eine Ansammlung einiger sogenannter ‚Fairy Chimneys‘ (Feenkamine) in denen unzaehlbare Höhlenhaeuser, -kirchen und Tunnel waren. Wir waren so begeistert davon, dass wir den Rest des Tages damit verbrachten von Höhle zu Höhle zu klettern. Die Vulkane Erciyes Dağı, Hasan Dağı und Melendiz Dağı sind zahlreiche Male ausgebrochen, wodurch sich viel Tuffasche ablagerte. Die Schichten, die sich daraus ergaben, unterschieden sich in Farbe und Härte. Das weiche Material wurde durch die Witterungseinflüsse ausgespült, sodass nur noch das härtere Material übrig blieb, die sogenannten Feenkamine.

Bei der Erkundung unserer ‚Nachbarschaft‘ fanden wir immer wieder verstecke Eingaenge und Aufstiege, die manchmal nicht so leicht zu beklettern waren. Wir fanden viele Kapellen, Kirchen und Wohnhäuser, teilweise mit Resten von Wandbemalungen und in den Stein gehauene Ablageflaechen, Sitzgelegenheiten, Treppen, Rundbögen und Saeulen. Wir schlugen unser Zelt schliesslich in einer grossen Höhle auf. Am naechsten Tag versteckten wir unsere Fahrraeder und unsere Taschen in einer der hinteren Höhlen und wanderten im Ihlara Tal. Hier waren noch viel mehr Höhlen, die weiter oben in den Felsen waren. Die Entdecker in uns wurden geweckt und wir hatten wirklich viel Spass beim herumklettern. In Belisirma trafen wir einen Restaurantbesitzer den wir schon am Tag zuvor auf der Landstrasse nach Selime getroffen hatten. Er ludt uns zum Çay (Tee) ein und wir kamen ins Gespraech mit ihm und seinen Mitarbeitern. Wir verabredeten uns spaeter zusammen ein Feuer in unserer Höhle zu machen. Auf dem Rückweg wurden wir in dem Auto von drei Pepsivertretern mitgenommen, die gerade geschaeflich in der Gegend unterwegs waren. Zuhause machten wir uns an die Arbeit unseren Schlafplatz aufzubauen und Feuerholz zu sammeln, bevor es anfangen sollte zu regnen. Spaeter als gedacht kam unser Besuch aus Belisirma mit Kartoffeln, Auberginen und Bier und wir machten uns einen gemütlichen Abend/Nacht am Feuer waehrend es draussen regnete.

Am naechsten Tag machte der Regen keine Pause und der Wetterbericht versprach, dass sich dies bis zur Nacht nicht aendern sollte. Wir versuchten uns also wasserdicht zu verpacken, wobei unsere Füsse jedoch leider nach ein paar Stunden nicht mehr trocken waren. Uns war sehr kalt und wir waren bereit für das erste Mal auf dieser Reise ein Hotel zu buchen. Nach einem Gespraech mit den Einheimischen eines groesseren Ortes stellte sich herraus, dass sich das naechste Hotel zu weit weg befand. Zu unserem grossen Glück organisierte einer der Mitarbeiter des Supermarktes in dem wir gefragt hatten, dass wir bei einer Familie im Ort die Nacht verbringen durften. Dort angekommen wurden wir sofort vor den warmen Holzofen im Wohnzimmer gesetzt. Das war der einzige beheizte Raum im ganzen Haus, in dem sich das komplette Familienleben abspielte und zwischenzeitlich 10 Familienmitglieder aus drei Generationen anwesend waren. Es gab viel leckeres Essen und dazu sitzt man nicht an einem Esstisch, sondern um ein grosses Tablett herum, dass auf dem Boden auf einem Kissen steht. Eine Tischdecke, die drunter liegt, kann man sich auf den Schoss legen. Auf dem Tablett stehen viele verschiedene Gerichte, von denen jeder direkt mit seiner Gabel essen kann. Eigentlich zu jeder Mahlzeit gibt es hier viel Brot (ekmek), wovon fast jeder eins auf dem Schoss hat und man sich einfach sovıel abreisst wie man essen möchte. An diesem Abend wurde unsd auch beigebracht, wie man Granataepfel richtig isst.

Am naechsten Tag hatten wir noch 70 km bis nach Göreme wo wir von Muhsin, einem Couchsurfer, erwartet wurde. Da wir erst Mittags bei der Familie aufgebrochen waren, fuhren wir ohne grosse Pausen durch, um noch vor Sonnenuntergang (der inzwischen schon um 17:30 Uhr ist) in Göreme anzukommen. Wir fuhren durch den schönen Ort Uçhisar und kamen schliesslich in Göreme an. Der Ort ist sehr touristisch und wie Muhsin uns erzaehlte befinden sich in dem kleinen Ort Göreme mit ca. 2000 Einwohnern mehr als 200 Hotels. Zum Glück ist es zu dieser Jahreszeit vergleichsweise ruhig und nicht sehr voll. Auch Muhsin besitzt ein kleines Cave Hotel (Höhlenhotel), in dem er wohnt und im Winter Couchsurfer aufnimmt. So haben wir hier den grossen Luxus eines eigenen Zimmers mit grossem Doppelbett und eigenem Badezimmer. Von hier aus wandern und klettern wir viel in den Taelern und verbringen die Abende mit Muhsin, Okhan und ihrem Kumpel Mustafa. Zusammen haben wir gegrillt, Billard gespielt, haben im Höhlenwohnzimmer im Hotel gemütlich Zeit verbracht, einen Film geguckt und Karten gespielt, haben mittags lecker zusammen gefrühstückt und sind mit Muhsin zusammen durch die Täler gewandert, wo er uns mehrere Höhlen und Tunnel etwas abseits der beliebteren Orte zeigte. Ein Highlight war der Morgen, wo wir früh aufgestanden sind um den Sonnenaufgang zu sehen. Denn zu dieser Stunde sind hier jeden Morgen viele Heißluftballons unterwegs, was einen wunderschönen Anblick bietet.

Wir haben hier in Göreme nun schon drei Naechte verbracht. Morgen wollen wir weiter reisen in Richtung Norden zum Schwarzen Meer.

Auf der Suche nach dem richtigen Weg.

Kannst du Noemi sehen?

Das ist die Höhle, in der wir unser Zelt aufgeschlagen haben. Sie hat 4 Stockwerke und mehr als 12 Raeume, die miteinander verbunden sind.

Billardspielen mit Mustafa und Muhsin.

Göreme vorm Sonnenaufgang.

Muhsin wartet aufs Frühstück.

Muhsin: ´Mustafa, wir haben Hunger´, nachdem wir durchs Rose und Red Valley gewandert sind. Es dauerte nicht mehr als 10 Minuten bis Mustafa mit einem Lunchpacket (Çiğköfte und Wasser) für uns angefahren kam. Beeindruckend.

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4 Comments

  1. Clemens und Uta Clemens und Uta

    Schön, dass es Euch es gut und Ihr so viele tolle Begegnungen habt!
    Wundervolle Bilder, beeindruckende Landschaft und Erlebnisse – da bekommen wir in Berlin Fernweh und staunen über die Schönheit und Vielfalt in dieser Welt.
    Beste Grüße von Uta und Clemens

  2. Doreen Doreen

    Hey wo soll ich die Plätzchen hinschicken ? Echt schöne Bilder hoffe euch geht es gut

  3. Anonymous Anonymous

    Krasse Landschaft. Megaschön ….. Ihr seid ja zu beneiden! Gutaussehende Männer ….. rrrrrrr ….. Kommt gut witer und ganz liebe Grüße aus Eichstätt, Regula

  4. Anonymous Anonymous

    Wunderschöne Bilder. Macht weiter. Das kann euch keiner mehr nehmen. Bleibt gesund und neugierig.

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