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Rolling East Posts

Viszontlátásra. Eines Tages kommen wir zurueck.

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Die Woche in Piliscsaba, in der wir in einem grossen Gemeindehaus auf dem Grundstueck von Marcis Familie wohnen durften, war gepraegt von den Vorbereitungen auf das grosse Fest, die bis zuletzt spannend blieben. Frueh morgens ging es los, und  oft sassen wir noch bis spaet abends zusammen am basteln, ueberlegen und planen. Marci und Cinci waren in Anbetracht der vielen Dinge, die noch zu tun waren, beeindruckend entspannt. Das Haus, in dem wir wohnten, war ein wichtiger Vorbereitungsstuetzpunkt. So kamen viele weitere Helfer zu uns in die grosse Kueche zum helfen und an einem Abend kamen auch die Musiker, um fuer die Hochzeit zu proben, sodass wir bei sehr schoener ungarischer Live-Musik arbeiteten. Es war etwas Besonderes, so ganz dicht dran zu sein bei den Vorbereitungen, die Familien und Freunde von beiden kennenzulernen. Das Finale der Vorbereitungen war nach dem Aufbau und der Dekoration des Zelts, das Verteilen der Pflaenzchen mit den Namenskarten auf die Plaetze, wo die Leute sitzen sollten. Erschwerend kam hinzu, dass es nur eine handschriftliche Ausfuehrung des Plans mit teilweise nur den Spitznamen von Leuten gab, der etwa zwei Stunden vor Beginn der Feier erstellt wurde. Natuerlich waren wir durch die letzten Tage schon ein wenig trainiert in verschiedensten Disziplinen von Hochzeitsvorbereitungen und bereit fuer weitere Herausforderungen; dennoch schien diese Aufgabe fast unloesbar. Zusammen mit Bence und Flori gelang es uns bis zur allerletzten Minute fast alle Pflaenzchen ihren Plaetzen zuzuordnen. Erst auf der Feier selbst konnten wir die Raetsel um die letzten Pflanzen und fehlende Stuehle loesen.

 

Zur Hochzeit stiessen wir zu Cincis Haus dazu und machten uns dann mit den anderen Gaesten auf den Weg zur Kirche. Die Trauung wurde gemeinsam von einer evangelischen Pfarrerin und einem katholischen Pfarrer gehalten. Anschliessend fuhren alle mit ihren Fahrraedern dorthin, wo die Feier stattfinden sollte. Diese fand auf dem Campus der kleinen und schoenen Universitaet in Piliscsaba statt. Das Gelaende war wie ein kleines Festivalgelaende gestaltet mit Lampions in den Baeumen, der Ginseng-Lichterkette, Haengematten, einer Slackline, Fackeln,.. Es war ein schoener Abend, es gab leckeres Essen und es wurde teilweise traditionell ungarisch getanzt und wurden Reden von den Vaetern des Brautpaars gehalten. Sehr spaet bzw. frueh ging es dann ins Bett. Am naechsten Tag verabschiedeten wir uns abends von Cinci und Marci, da sie mit ihrem Tandem fuer ein paar Tage eine kleine Hochyeitsreise unternehmen wollten. Wir selbst blieben noch eine Nacht und brachen am naechsten Vormittag in Richtung Dunaharaszti auf  – Kata und Laszlo waren naemlich nach einer Woche Urlaub in Serbien wieder zurueckgekehrt und hatten schon unser Zimmer fuer uns vorbereitet 🙂 Auf unserem Weg Richtung Serbien wuerden wir naemlich sowieso wieder durch Dunaharaszti fahren, und freuten uns rieseg auf ein Wiedersehen und ein paar Runden Ligretto zusammen. Auf dem Weg zu Ihnen hatten wir ein paar schoene Begegnungen: kurz vor Budapest, hoerten wir eine Fahrradklingel von hinten und sahen Marci und Cinci 😀 Die beiden waren am Abend zuvor nicht mehr allzu weit gefahren und zufaelligerweise in dieselbe Richtung unterwegs. Ein total schoenes und unverhofftes Wiedersehen. In Obuda tranken wir Kaffee und Limonade zusammen, bevor wir uns ein weiteres mal verabschiedeten. Es war ein so schoenes Erlebnis, diesen besonderen Tag und so eine aufregende  Woche mit den beiden zu erleben. Auf der Hochzeit war es auch eine lustige Situation, wenn wir den Leuten erzaehlten, dass wir die beiden zwei Wochen zuvor in einem Fahrradladen kennengelernt hatten. Weiter auf dem Weg nach Dunaharaszti trafen wir Istvan vom Fahrradladen, mit dem wir zusammen picknickten und uns verabschiedeten. Voller Vorfreude erreichten wir schliesslich Dunaharaszti, was sich sehr vertraut und wie nach Hause kommen anfuehlte. Kata hatte extra fuer uns Makosguba gemacht. Es war so schoen, alle wiederzusehen, zusammen zu spielen, nach ihrer Woche in Serbien und unserer in Piliscsaba gab es viel zu erzaehlen. Die eine Nacht, die wir vorhatten zu bleiben, reichte dafuer gar nicht aus, und so blieben wir noch eine zweite. Am letzten Abend halfen wir ein Spiel, also die Karten und Anleitungen aus dem Deutschen ins Englische zu uebersetzen. Kata hattes es vor Jahren auf dem Flohmarkt gekauft und jetzt konnten wir es zusammen ausprobieren. Und wieder brachen wir ganz gluecklich und dankbar ueber die schoene gemeinsame Zeit am naechsten Morgen aus Dunaharaszti auf.

 

Der Rhythmus der naechsten Tage wurde sehr durch das Wetter bestimmt. Es waren bis jetzt die waermsten Tage auf der Reise, um die 40 Grad jeden Tag, in Staedten sogar ueber 50. So wachten wir meist frueh auf, suchten uns ein schattiges Plaetzchen ( 😉 ) fuer die Mittagspause, wenn es sich anbot, am Donauufer, sodass wir die staerkste Hitze dort abwarten und uns erfrischen und schwimmen konnten. Unterwegs schenkte uns ein Mann, der ein Stueckchen mit uns fuhr eine russische Gluecksmuenze, die uns beschuetzen sollte. Teilweise hatten wir wirklich schoene, aber leider sehr mueckenreiche Zeltplaetze, die einen jedes Verlassen des Zeltes lange ueberdenken liessen. Dank eines Solarpanels, dass wir in Budapest besorgt hatten und unserem Wassersack mit Duschaufsatz koennen wir sehr autonom unterwegs sein, duschen, unsere Geraete aufladen, also alles was das Herz begehrt. Der Strombedarf ist (praktischerweise) gerade geringer, da noch in Piliscsaba am selben Tag das Navigationsgeraet und Noemis Handy aufgehoert hatten zu funktionieren :S. Die Navigation wird also von nun an mehr von den Karten, Kompass, Lauras Handy, der Untersuetzung von Einheimischen und natuerlich von Sonne und Sternen abhaenen. Die letzte Nacht in Ungarn zelteten wir nahe der ungarisch-serbischen Grenze, die recht stark durch Militaer und Polizei bewacht wird. Am naechsten Morgen hielt auch ein Polizeiauto direkt neben unserem Zelt, zwei schwer bewaffnete Maenner stiegen aus um unsere Paesse zu kontrollieren. Der Grenzuebergang nach Serbien war wie jeder Grenzuebergang ein wenig aufgerend, ein neues Land, das uns erwartete, neue Erfahrungen und Menschen, die wir treffem, eine neue Sprache, Schrift und neue Gewohnheiten; zusaetzlich war es aufregend, da es auf der Reise die erste Grenze mit Kontrolle sein sollte, die wir ueberschreiten.

 

Noemi ist inzwischen Vize-Praesident von den Night Riders in Budapest.

 

Die Pflanzen die jeder Gast bei der Hochzeit bekommen hat.

 

Die Ginseng-Lichter.

 

Die Gaeste sind da, aber die letzten Pflanzen muessen noch verteilt werden 

 

Das Ehepaar.

 

Unser Campingplatz an der Donau. Unser Duschsack haengt bereit am Baum.

 

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Ungarisch fuer (fast) Fortgeschrittene

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Wenn wir unsern Ungarn-Aufenthalt noch weiter verlängern, koennen wir den naechsten Text vielleicht auf ungarisch schreiben 😉

Voll von Freude und Dankbarkeit fuer die schoene Zeit, die wir zusammen mit Kata, Laszlo, Adam, Flora und Anna verbringen durften, fiel uns der Abschied nicht leicht. In den letzten Tagen hatten wir viel beieinander gesessen, viele tolle Spiele gespielt und gemeinsam gegessen und es war ein sehr vertrautes Gefuehl enststanden. Sie erklaerten uns viel ueber die unarische Sprache und wir assen ein paar ungarische Gerichte wie Makosguba, was wie viele andere typische Suessspeisen mit Mohn zubereitet wird. Wir gingen schwimmen im nahegelegenen See, und durften den Laptop fuer den Blog und Recherchen benutzen und genossen die Zeit dort sehr. Ein paar mal waren wir nach Budapest gefahren, um Besorgungen zu erledigen und wegen der Fahrraeder. Unsere mit Abstand meiste Zeit in Budapest verbrachten wir in Csepel, was eine ziemlich untouristische Ort ist. Die Rohloffvertretung war inzwischen nach Ungarn zurueckgekehrt und die neuen Schaltzuege konnten besorgt und Lauras Fahrrad wieder fahrtauglich gemacht werden. Nach vielen Stunden und vielen neu gelernten hilfreichen Schimpfwörterntrafen wir Klara (Cinci) noch einmal zufaellig im Fahrradladen, da sie etwas abholte. Wir verabredeten uns, zwei Tage spaeter bei ihr und Marton (Marci) vorbeizukommen und bei den Hochzeitsvorbereitungen zu helfen.

Von Dunaharaszti machten wir uns dann nach einer schoenen Woche bei der Familie auf den Weg nach Budapest. Dort wollten wir naemlich am NightRide teilnehmen, zu dem uns der Fahrradmechaniker Istvan eingeladen hatte, da er diese Touren organisiert. Mehrmals die Woche treffen sich einige Leute, um nachts zusammen durch Budapest und Umgebung mit dem Fahrrad zu fahren. Nachts, da es dann mit dem Verkehr besser geht und die Stadt wunderschoen beleuchtet ist. Unser Gepaeck konnten wir netterweise bei Akos, einem anderen Organisator, abstellen, wo wir spaeter auch uebernachten durften. Bei Akos wurden wir von ihm, Istvan, Tamasz und Micky mit Palinka empfangen, bevor wir uns dann zusammen zum Treffpunkt des Night Rides, den Szabadsag ter (Freiheitsplatz) aufmachten, wo wir noch ungefaehr 10 weitere Teilnehmer trafen. Jedes mal, wenn ein weiterer Teilnehmer auf seinem Fahrrad eintraf, wurde zunaechst das Fahrrad begutachtet und kommentiert. Waehrend der Fahrradtour sahen wir nun einige mehr touristische Ecken der Stadt und bewunderten die vielen schoenen und beeindruckenden Gebauede und Plaetze. Wir fuhren unter anderen hoch zur Burg von der man einen schoenen Ausblick auf Budapest hatte. Die Fahrradtour endete am Hosok tere (Platz der Helden).

Am naechsten Tag machten wir uns zusammen mit Akos und Istvan, die sich spontan entschieden, uns zu begleiten, auf den Weg nach Piliscsaba zu Cinci und Marci. Wie die letzte Woche, war es wieder ziemlich heiss und der Weg bergig, doch das Fahren in der Gruppe ging gut und die mitgenommene Musik motivierte. Angekommen in Piliscsaba, wurden wir mit Kaffee, selbstgemachter Himbeerlimonade und leckerem Gebaeck von Cinci und Marci empfangen. Nach der Pause, machten sich Istvan und Akos auf den Rueckweg und wir uns nach einer Dursche an die Arbeit. Vorher durften wir aber noch jeweils mit Marci als Begleitung eine Runde auf dem Liegefahrrad-Tandem drehen! Ein ganz anderes Fahrgefuehl und sehr gemuetlich (vielleicht eine sehr gute Idee fuer unsere naechste Weltreise!? 😉 ). Fuer die Hochzeit fingen wir an, Glaeser fuer Kerzen mit Schnueren, und Stoffen zu verzieren und eine Lichterkette zu basteln. Die Lampenschirme waren kleine Flaeschchen, die Cinci und Marci im Laufe ihres Studiums gesammelt hatten, in denen mal ein Ginsenggetraenk gewesen war, was gut fuer die Konzentration sein soll und sie gut durch ihre Pruefungszeiten gebracht hat. Diese 250 Flaschen sollten nun in verschiedenen Farben angemalt und dann an einer Lichterkette angebracht werden. Auch Sebi, der Trauzeuge bei der Hochzeit ist, stiess dazu und so sassen wir in gemuetlicher Runde zusammen.

Da es noch mehr als genug Vorbereitungen gab, boten wir den beiden an, noch laenger zu bleiben und zu helfen. Sie freuten sich sehr und setzten uns direkt auf die Gaesteliste fuer ihre Hochzeit. Wir wuerden also noch eine weitere Woche in Ungarn bleiben. Am naechsten Tag fuhren wir mit Cinci und Marci zusammen, die uns auf ihrem Tandem deutlich abhaengten, bei sehr schoenem Wetter nach Budapest – natuerlich Csepel ;). Das Tandem brauchte noch einen Checkup. Wir hatten uns ueberlegt, jetzt wo wir sowieso laenger hier waren, die Dichtung der Rohloff von Noemis Fahrrad noch reparieren zu lassen und auch hier einen stabilen Tubus anzubringen anstatt den alten Lowrider, da dieser ja auch bei Laura schon gebrochen war. Also liessen wir das Rad da und durften uns wieder das Ersatzfahrrad ausborgen. Zurueck ging es spaeter wetterbedingt mit dem Zug. Nach einer abendlichen Bastelschicht ging es am naechsten Tag weiter, wobei auch Hanga und Fanni, Freundinnen von Cinci, mithielfen. Eine sehr lustige Runde. Abends waren die Lichterkette und die Glaeser dann fertig. Der naechste Tag war wieder ein Budapest (Csepel) Tag, und im Vergleich zu den letzten Wochen sehr kuehl und immer wieder regnerisch zwischendurch. Am Fahrradladen tauschten wir das Ersatzfahrrad gegen Noemis Fahrrad wieder ein und haben jetzt beide wieder ganz frische, stabile Fahrraeder, mit denen jetzt erstmal alles gut sein sollte. Durch den Regen und abendlichen Vekehr beeilten wir uns um den Zug zurueck zu bekommen, es war jedoch zu knapp um Tickets zu besorgen, sodass wir eine Stunde warten mussten. Auch Cinci und Marci, die auch noch Dinge in Budapest erledigt hatten, wollten zufaelligerweise denselben Zug nehmen und verpassten ihn auch, sodass wir dann gemeinsam warten und zurueckfahren konnten.

Bis zur Hochzeit stehen nun noch eine Menge an Sachen an, die getan werden muessen: Seifenblasenmischung in kleine Flaschen umfuellen, die Speisekarte basteln, die Gastgeschenke (kleine Pflanzen mit jeweils dem Namensschild) herstellen, den Platz, wo die Feier sein soll aufbauen und dekorieren, die Musik und ungarischen Lieder ueben,.. Laura meinte bereits, sie wuerde in Anbetracht der ganzen Vorbereitungen, selbst zwei Jahre vorher damit beginnen. Es wird eine traditionell ungarische Hochzeit werden, zu der um die 230 Gaeste kommen. Der Teil der Gaeste auf der Seite des Braeutigams wird sich an seinem Haus versammeln, wo er sich dann symbolisch von seiner Familie verabschiedet. Von dort aus geht es weiter zu dem Haus der Braut. Dort fragt der Braeutigam die Eltern um die Hand ihrer Tochter, woraufhin (wenn sie ja sagen), sich die Braut von ihrer Familie verabschiedet. Von dort geht es weiter in die Kirche. Anschliessend (und das ist dann nicht traditionell) fahren alle mit dem Fahrrad – und das Brautpaar mit dem Tandem zu dem Platz, wo die Feier stattfindet. Wir sind gespannt und freuen uns sehr, dabei sein zu koennen 🙂

An den Fahrraerdern arbeiten bei Evobike. 

Unsere Fahrraeder sind wieder fit. Mit Krisztian und Istvan vor dem Evobikeladen. 

Auf den Strassen von Budapest mit Istvan, Micky und Tamas. 

Der Blick von der Burg auf die Stadt.

Die Night Rider vor den Helden.

Unsere schweren Fahrraeder nach oben. Die leichten Alu- und Carbonraeder nach unten. 

Das Liegetandem von Cinci und Marci. 

Die selbstgemachte Ginseng-Flaschen-Lichterkette. 

Unser Zuhause fuer einige Tage in Piliscsaba. 

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Dobrý Deň und Üdvözöljük

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In Wien verbrachten wir viele schöne Stunden mit Gordian und Alice und wurden geradezu göttlich versorgt. Es gab selbstgemachtes Eis, Marillenknödel, selbstgebackenes Brot und vieles mehr. Wir wohnten in einer eigenen Wohnung (dort wo normalerweise Noemis Cousin und Cousine wohnen, die aber gerade in Madrid bzw. umgezogen waren) und nutzten die Tage auch, um ein wenig Schlaf nachzuholen. An unserem zweiten Abend hatten wir ein schönes und spontanes Treffen mit Janina, einer Freundin aus Berlin, und ihrem Vater, die gerade zufaellig auch in Wien waren. Wir trafen uns am Rathausplatz, wo eine Aufnahme des Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker auf einer grossen Leinwand wie in einem Freiluftkino gezeigt wurde und spazierten von dort aus zusammen durch die Wiener Innenstadt und assen noch ein leckeres Eis. Am folgenden Abend waren wir zur Einweihungsfeier von Noemis Cousin Alexander und seiner Freundin Julia eingeladen und lernten so ihre neue Wohnung und einige ihrer Freunde und Kollegen kennen. Tagsüber waren wir oft ein wenig in der Stadt unterwegs – da ist es so praktisch, wenn man sein Fahrrad direkt dabeihat 🙂 und ohne Gepaeck kommt man immer auch viel besser voran. Am Abreisetag sassen wir noch lange mit Gordian und Alice zusammen, erzaehlten und beratschlagten über mehreren ausgebreiteten Landkarten eine möglichst günstige Route für die naechste Zeit. Wie es aussieht werden wir naemlich weiter dem Eurovelo 6 folgen, also an der Donau entlang durch Serbien, eventuell Rumaenien und dann Bulgarien fahren und dann Varna am Schwarzen Meer ansteuern, anstatt wie geplant über Griechenland zu fahren, und dadurch einige Höhenmeter einsparen. Schliesslich brachen wir trotz zweifelhafter Wetterlage doch auf, ausgestattet mit leckeren Lunchpaketen mit extra dafür von Alice gebackenen Keksen und Striezel. Dass das Wetter dann anschliessend so schlecht werden würde, war zum Zeitpunkt der Abreise (auch im Wetterbericht) noch nicht vorherzusehen. Nach ca. 10 km Fahrt kam es zu starkem Platzregen, stellenweise sogar Hagel und ein Mini-Tornado. Diesem entgingen wir glücklicherweise grösstenteils, da wir uns in dem Pförtnergebaeude einer Ölraffinerie unterstellen durften. So konnten wir uns dann spaeter im Trockenen einen Zeltplatz suchen.

Am naechsten Tag setzten wir unsere Reise in Richtung Slowakei fort und erreichten Bratislava am spaeten Nachmittag. Unser Zelt schlugen wir etwas ausserhalb der Stadt nahe der Donau auf. Am naechsten Tag war es so warm, dass wir schon früh morgens von der Hitze geweckt wurden. Nach dem Zeltabbau fuhren wir ein Stück zurück nach Bratislava, frühstückten dort leckeres Gebaeck und Joghurt und waren im Internetcafe, um uns um den Blog und Recherchen zu kümmern. Die Nacht verbrachten wir wieder ein Stück weiter die Donau runter im Zelt; nach dem heissen Tag gab es ein starkes Gewitter und es war sehr stürmisch, das Zelt hielt aber alles gut ab. Der Weg war am naechsten Tag zunaechst ein Traum: leicht bergab, Rückenwind, direkt am Wasser und sehr guter Untergrund. die zweite Haelfte hatten wir leider sehr schotterigen Untergrund, in welchem die Raeder leicht wegrutschen. Abends fanden wir einen sehr schönen Zeltplatz direkt am Wasser.

Nun stand die Grenzüberfahrt nach Ungarn an. Nach guten 77 km erreichten wir die ungarische Stadt Esztergom, direkt an der slowakisch-ungarischen Grenze, in der uns unser erster Couchsurfer auf dieser Tour, naemlich Viktor erwartete. Nach einer kleinen Tour durch die Stadt und zu seinem Arbeitsplatz, erreichten wir sein Zuhause, ein typischer sozialistischer Plattenbau, wie er es uns schon vorher angekündigt hatte. Wir verbrachten eine schöne Zeit zusammen und lernten unsere ersten ungarischen Wörter. Das war dann direkt ein kleines Erfolgserlebnis, bei einem Gespraech von Nachbarn am naechsten morgen, „ja“ und „danke“ herauszuhören. Als wir spaeter unsere Fahrraeder beluden, wurden wir neugierig aus den Fenstern beobachtet und direkt in die (ungarischen) Gespraeche mit einbezogen, die sie untereinander von Fenster zu Fenster führten. Mit unserem Wortschatz waren wir jedoch schnell an unseren Grenzen, was die Nachbarn aber nicht zu stören schien.

Von dort aus setzen wir unsere Fahrt Richtung Budapest fort. Mit drohendem Gewitter im Rücken, schlugen wir unser Zelt ein gutes Stück vor der Stadt auf. Auch hier genossen wir den Luxus eines Supermarktes in unserer Naehe (am Rande Budapests), um frische Dinge zu frühstücken, anstatt wie normalerweise Porridge zu kochen. Um unser naechstes Ziel, naemlich Laszlo und seine Familie (Couchsurfer) in Dunaharaszti zu erreichen, durchquerten wir ganz Budapest und waren wieder mitten in einer Grosstadt. Viele Menschen, hupende Autos, viele schöne Gebaeude. Abends kamen wir bei Laszlo, Kata, Adam, Flora und Anna an und sollten viel laenger bleiben als ursprünglich geplant. Auf dem Weg nach Budapest, waren an einer sehr engen Stelle zwei der Taschen und Lauras Lowrider kaputtgegangen. Den abgebrochenen Lowrider konnten wir unterwegs mit der Hilfe von gerade vorbeikommenden Radfahren mit Klebeband und Kabelbinder wieder anbringen. Da die Taschen noch Garantie haben und der Vertreter der Ortlieb-Firma ein Fahrradladen in Budapest ist, beschlossen wir dort am naechsten Tag vorbeizufahren. Laszlo half uns beim Herausfinden der genauen Adresse und einer ersten Kontaktaufnahme, was sehr gut war, da wir mit Deutsch und Englisch allein hier nicht immer weiterkommen. Wir machten uns also auf den Weg nach Csepel, einem ehemaligen Industriegebiet des 19. Jahrhunderts, der heute von mehreren kleinen Firmen und Unternehmen genutzt wird und sich laut Laszlo wie eine Reise in die 50er-Jahre anfühlt. Dort war naemlich ein riesige Firma mit mehr als 20.000 Mitarbeitern gewesen. Im Laden „evobike“ angekommen, der uns von einem Mitarbeiter als „Diamant“ unter den Fahrradlaeden in Ungarn angepriesen wurde, konnten unsere Taschen repariert werden. Es stellte sich heraus, dass dieser Laden regelmaessig Raeder für lange Reisen zusammenbaute und auch über das Fahrrad hinaus gute Ausrüstung für Reisende anbietet. Der Laden sponsort auch ein Paar, dass eine 4-jaehrige Rad-Hochzeitsreise unternahm. Waehrend wir im laden warteten trafen wir auf Klara und Marton, die an dem Tag gekommen waren, um ihr Tandem-Liegefahrad zusammenzubauen, dass sie in zwei Wochen für ihre Hochzeit und im naechsten Jahr für eine Reise nach Neuseeland brauchen. In der zwischenzeit hatten wir uns für einige Veraenderungen an Lauras Fahrrad (neuer Staender, wieder die verstaerkte Kette und neuer Gepaecktraeger) entschieden, um das Gepaeck stabiler und sicherer transportieren zu koennen und Unfaelle wie mit dem Lowrider in Zukunft besser vorbeugen zu können. Nach dem Rückanbau von Lauras Hinterrad und einer anschliessenden Testfahrt von dem Fahrradmechaniker gingen die Züge der Rohloffschaltung kaputt. Grund war, dass diese ursprünglich nicht wie vorgesehen mit einer Leiste befestigt war (um ein Mitdrehen mit dem Rad zu verhindern), sondern als improvisierte Lösung durch einen sehr hohen Druck beim Ranspannen des Rads gehalten wurde. Als jetzt das Rad nur mit normalem Druck befestigt wurde, drehte sich die Nabe beim Fahren mit und die Züge rissen. Da normale Schaltzüge nicht passten, sollte nun also einer von der Rohloffvertretung in Ungarn besorgt werden. Da war der Chef jedoch im Urlaub, und da es sich um ein Ein-Mann-Unternehmen handelte, bleibt uns nun nichts anderes übrig, als bis zur Rückkehr des Rohloffunternehmens nach Ungarn vier Tage zu warten. Wir haben riesiges Glück mit Laszlo und Kata, die uns jetzt einfach statt wie anfangs geplant nur eine Nacht fast eine ganze Woche beherbergen werden. Laura hat für die Zeit ein Ersatzfahrrad, dass wir am naechsten Tag dort abholen konnten. Und falls alles noch viel laenger dauern sollte, sind wir sogar zu der Hochzeit von Klara und Marton eingeladen.

Die extra Zeit die uns geschenkt wurde, nutzen wir für gemeinsame Spiele (da wir bei den Zachers daran erinnert wurden, wieviel Spass Ligretto macht, haben wir das Spiel hier auch eingeführt) und Gespraeche mit unserer ungarischen Gastfamilie, für das Kennenlernen der ungarischen Sprache und Kultur und für einige Besorgungen und Recherche.

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Auf nach Österreich.

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Die Tage in Moosburg haben wir sehr genossen. Es wurde viel Ligretto gespielt und gelacht, es gab leckeres Essen und wir konnten dort gut schlafen (Vielen lieben Dank für alles!! – der detaillierte Feedback-Bogen ist noch in Arbeit 😉 ).

In dieser Zeit haben wir einiges erledigen können: wir haben neue Zeltstangen für unser Zelt besorgt – das ist vor allem Lauras Verdienst, die dafür extra noch ein zweites mal nach München zum Globetrotter fuhr und letztendlich zu dem Vertreter der Zeltfirma höchstpersönlich nach Hause, um die alten kaputten Stangen gegen neue einzutauschen. Wir haben ausserdem einige Sachen aussortiert, die wir hoffentlich auf unserer Reise nicht mehr brauchen werden, haben den auf der Durchreise im Kloster Zinna besorgten Likör Kloster-Bruder heile an Esther überbracht, Schnüre an die Zeltheringe angebracht, so dass sie sich jetzt viel besser herausziehen lassen, und haben die Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Der Abschied in Moosburg ist uns nicht leicht gefallen und so hat sich unser Aufbruch zur Weiterreise hinausgezögert, sodass wir erst am Abend bei Jörg und Karin in Dorfen ankamen. Das Treffen mit den Beiden war vor allem für Laura etwas Besonderes und geladen mit viel Vorfreude, da sie Karin und Jörg seit über 7 Jahren nicht gesehen hatte. Wir wurden dann in Dorfen von Karins schönem Lachen und Jörgs trockenem Humor empfangen 🙂 Bevor wir dann am nächsten Morgen weiter Richtung Osten aufgebrochen sind, haben wir nach einem gemütlichen Frühstück noch eine kleine Fahrradtour mit Karin zur Besichtigung der Stadt unternommen.

Von dort ging es weiter Richtung Österreich. Kurz vor der Grenze hatten wir noch eine schöne Begegnung auf dem Weg. An einem Haus fragten wir nach Wasser, um unsere leeren Behälter aufzufüllen. Nicht nur Wasser bekamen wir, uns wurde auch ein Eis angeboten und Rohrnudeln mit Kirschen für den Weg mitgegeben. Rohrnudeln sind eine typische regionale Spezialität und eine Art Hefegebäck. In unserer letzten Nacht in Deutschland und in der ersten in Österreich leisteten uns viele Glühwürmchen und laut bellende Füchse Gesellschaft. Unsere erste Station in Österreich war Peterskirchen, wo wir Angi und ihre Familie besuchten. Dies hatte sich ganz spontan ergeben und war ebenfalls wie in Dorfen ein schönes Wiedersehen nach langer Zeit. Dort wurden wir herzlich aufgenommen und versorgt und haben bei selbstgemachten Käsespätzle und einer Runde DKT (österreichisches Monopoly), wo auch noch Andi dazustieß, schon ein wenig von Österreich kennenlernen können. Zu dem besonderen Anlass gab es original irischen Bulmers. Trotz großer Bemühungen möglichst hochdeutscher Kommunikation, fiel es uns nicht immer leicht den oberösterreichischen Dialekt zu verstehen, auch wenn wir mittlerweile ein paar Vokablen gelernt haben 🙂

Nachdem Angis Mutter uns am nächsten Morgen noch gut umsorgt hat mit Proviant und einer Fahrradkarte, machten wir uns von Peterskirchen auf den Weg Richtung Linz, wo wir auf den Donau-Radweg stießen. Dort kommt das Fahrgefühl dem Rollen, so wie man sich das vorstellt, recht nahe: es gibt gut ausgebaute und ausgeschilderte Wege, so überlaufen, wie befürchtet, war es zum Glück (noch) nicht. Trotz recht schöner Altstadt, verließen wir Linz mit einem gemischten Gefühl, da der unterwegs zu Rat gezogene Fahrradladen etwas gehetzt vorging und ohne Rücksprache beim Austausch Lauras Kette die Alte leider kaputtmachte anstatt sie am Schloß zu öffnen. Auch am Donauradweg hatten wir keine Mühe teilweise sehr schöne Orte zum Zelt aufschlagen zu finden: in der Nähe des Deichs, direkt mit Donaublick, hinter einem Weinbaugebeit. Dabei sind wir einigen Igeln und Wildschweinen begegnet. Der Weg verläuft viel auf den Deichen direkt an er Donau, manchmal auf der Straße. Die Aussicht auf die umliegenden Hügel, die am Wasser gelegenen Orte, Wein- und Marillen(!)anbaugebiete ist sehr schön. Auf dem Weg haben wir einige Radler-Bekanntschaften mit Mitfahrenden schließen können. Vor allem mit anderen so schwer wie uns Bepackten lassen sich oftmals hilfreiche Tipps und Tricks und Erfahrungen austauschen. So trafen wir Joseph aus der Slowakei und ein Pärchen, das bereits 3 Jahre untewegs war und sich jetzt auf dem Rückweg aus Indonesien nach Frankreich befanden.

Die bis jetzt allerspontanste Begegnung ergab sich mit Löbbi und Friederike in Trasdorf. Da wir erst am späten Abend festgestellt haben, dass Trasdorf quasi direkt auf unserem Weg liegt, versicherten wir uns mit einem Anruf am nächsten morgen, dass jemand zuhause war, um eben Hallo zu sagen. Nach einem „Ja, alles klar. Dann sehen wir uns zum Kaffee.“ machten wir uns auf den Weg und trafen am Nachmittag trotz eines versteckten Schildes mit Hausnummer und Name am richtigen Haus ein. Aus einem gemütlichen und netten Kaffetrinken wurden letztendlich zwei schön Tage, die wir dort blieben, sehr lecker aßen und viel zusammen erzählten. Den Pausetag verbrachten wir ganz gemütlich mit einem leckeren Picknick an der Donau in Tulln zusammen mit Angi, die uns aus Peterskirchen hinterhergereist war. Von dort aus brachen wir in Richtung Ladendorf (etwa 50 km nördlich von Wien) auf. Zufälligerweise waren Lea (Noemis Schwester) und Johanna in dieser Woche dort, da sie als Freiwillige auf einem Yoga-Retreat das Essen für die Teilnehmenden zubereiteten. Wir durften besondererweise die eine Nacht direkt auf dem sehr schön ausgebautem Gelände verbringen in einem dort bereits aufgebauten Zelt, waren eingeladen, bei den super leckeren Mahlzeiten mitzuessen und den Abend mit ein bisschen Yoga auf einem nahegelegenen Hügel mit sehr schöner Aussicht auf die Umgebung, die untergehende Sonne und später einige Blitze zu verbringen. Es war total schön, Lea und Johanna wiederzusehen und am nächsten Tag beim Kochen noch ein wenig Zeit mit ihnen zu verbringen.

Von dort aus machten wir uns auf den Weg zu Gordian und Alice (Noemis Onkel und Tante) in Wien, wo wir mit einer extra für uns zubereiteten, sehr leckeren großen Gemüselasagne sehr herzlich empfangen wurden. Bei ihnen dürfen wir einige Tage bleiben. Wir wollen die Tage hier in Wien nutzen um uns hier ein wenig auszuruhen, die Stadt kennenzulernen, bei der Einweihungsparty von Alexander (Noemis Cousin) und seiner Freundin Julia dabei zu sein und die Planung der Weiterreise in Angriff zu nehmen.

 

 

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