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Winterpause.

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Weihnachten war dieses Jahr schnell wieder vorbei, als wir am 25. morgens unsere Sachen packten und aus dem AirBnB zurück in die Hostels zogen, wo die Arbeit auf uns wartete. Zu unseren Aufgaben gehören pro Arbeitstag einmal das Wichtigste sauberzumachen und manchmal einfach da zu sein und Stellung an der Rezeption zu halten, also neue Gäste willkommenzuheißen und mit Bettzeug und Bett zu versorgen, die Bezahlung entgegenzunehmen etc. Wir arbeiten beide etwa 3-4 Tage die Woche für 5-6 Stunden. Als Gegenleistung können wir dort umsonst wohnen. Die Hostels sind bis auf die Feiertage und Silvester meistens nicht sehr voll, da es Nebensaison ist. Das macht die Arbeit entspannter.

In Lauras Hostel ist die Atmosphäre familiär, öfters kocht einer für alle anderen und es wird zusammen gegessen und geteilt. Vieles ist noch im Auf- und Umbau, sodass an manchen Ecken mitgestaltet werden kann. Abends haben wir im Hostelwohnzimmer öfters noch nett mit Sam (dem Hostelgründer aus Ägypten, der auch im Hostel wohnt), Che (dem anderen Freiwilligen aus Schottland), Berika (aus Georgien, der zeitweise dort wohnt), Arturs (einem Erasmusstudenten aus Lettland, der dort für einen Monat eingezogen ist), Ahmed (auch aus Ägypten, der für eine Weile in Georgien ist) und den beiden georgischen Schwestern Maya und Lamara, die seit einigen Monaten in dem Hostel wohnen, zusammengesessen. Noemis Hostel ist ein bisschen moderner, materiell ist alles vorhanden, was ein Hostel braucht, aber der Charakter fehlt. Daher ist sie regelmäßig in Lauras Hostel zu Besuch und kann dort auch ab und zu übernachten. Was manchmal anstrengend ist, ist keine Privatsphäre zu haben, da wir beide jeweils in einem 8-Bett-Zimmer wohnen. Daher hatten wir uns überlegt, auch zu Silvester Tbilisi zu verlassen und ein paar Tage in Borjomi zu verbringen. Am Silvesterabend wanderten wir auf einen der Berge und schauten von oben auf die Lichter der Stadt und die Feuerwerke. Die anderen Tage regnete es in Strömen, sodass wir nicht mehr als ein paar kleine Spaziergänge machten.

In unserer freien Zeit in Tbilisi, entdeckten wir nach und nach immer mehr von der Stadt. Es ist eine schöne Stadt, in der wir viel zu Fuß erledigen können, da wir sehr zentral wohnen. Liegt ein Ort weiter entfernt, kann man dort sehr günstig mit der Metro (ca. 15 Cent pro Fahrt) hinfahren. Einen Abend nahm Noemi bei der Critical Mass teil (wie in vielen anderen Städten fahren hier viele Radfahrer einmal im Monat gemeinsam durch die Stadt, um sich für bessere Bedingungen für Radfahrer im Verkehr einzusetzen). Zusammen mit anderen Hostelmitbewohnern gingen wir Tischtennis spielen und in Bars mit (Live)musik oder spielten Karten. Laura traf an einem Abend ihren georgischen Bekannten Giga, den sie vor Jahren bei einer Internationalen Studentenwoche kennengelernt hatte. Mit Giga entdeckten wir ein Spielecafe, in dem es alle möglichen Spiele gibt und er zeigte uns einige neue schöne Ecken der Stadt. An einem anderen Tag ging Noemi mit einem Hostelmitbewohner zum georgischen Tanzen. Wir entdeckten einige schöne Cafes und probierten das georgische Gericht Kinkhali (so ähnlich wie Tortellini nur mit Griff). Es ist schön, mal wieder sesshafter zu sein und sich nach einer Weile immer besser auszukennen.

An einem Tag erhielten wir eine Antwortemail von einem Hostel im Skigebiet Gudauri. Laura hatte einfach mal angefragt, ob sie ggf. Freiwillige bräuchten und das war glücklicherweise der Fall. Bevor wir für vier Wochen nach Gudauri ziehen würden, rüsteten wir uns mit Rucksäcken, Schuhen (da unsere Turnschuhe zum Einen ungeeignet für den Schnee waren und begannen auseinanderzufallen) und warmen Handschuhen aus. Unser Plan war es, in unserer freien Zeit snowboarden zu lernen. Unsere Aufgaben im Hostel sollte sein, ein paar Wanderungen durchzuführen und GPS-Tracks davon zu erstellen und zukünftigen Hostelgästen zur Verfügung zu stellen. Außerdem Nachforschungen zu alternativen Aktivitäten (außer Ski- und Snowboardfahren) anzustellen und das alles auf der Hostel-Website festzuhalten. Unsere Fahrräder und Teile unseres Gepäcks konnten wir glücklicherweise bei dem „Warmshower“-Gastgeber Tamaz für diese Zeit unterstellen. Vorher hatten wir sie einmal gründlich geputzt und von dem Schlamm der letzten Wochen befreit.

Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg nach Gudauri. Genau wie nach Borjomi ist es am günstigsten mit einem Minibus (Marschrutka) anzureisen. Es kostet nur ca. 2-3 Euro. Die Busse fahre von der Metrostation Didube ab. Steigt man dort aus, befindet man sich in einem chaotischen Labyrinth aus Marktständen und hat es gar nicht so leicht, den richtigen Bus zu finden, da einem ununterbrochen Taxis und andere teurere Alternativen angeboten werden. Im Bus angekommen warteten wir noch eine Stunde, da die Busse meistens erst losfahren, wenn der Bus voll besetzt ist. Abends kamen wir in Gudauri an (die Fahrt dauert etwa zwei Stunden). Die erste Person, der wir auf dem kurzen Fußweg zum Hostel begegneten, war Viktor. Das war Sympathie auf den ersten Blick, er war zudem auch noch Snowboardlehrer und wohnte direkt die Straße runter. Im Hostel wurden wir von Eka begrüßt, die dort für die Saison wohnte, das Hostel leitet und ihre Kunst im Hostel ausstellt und es an vielen Ecken gestaltet. Hier haben wir sogar ein Zimmer für uns, was sehr schön ist; da ist es auch kein Problem, dass wir ein paar mal umziehen müssen. Gudauri ist ein sehr kleiner Ort und das Skigebiet noch im Aufbau. Gudauri liegt ca. 50 km entfernt von der russischen Grenze und Russisch ist hier auch die wichtigste Sprache. Wir wünschten uns sehr oft wir würden es sprechen, da die meisten Gespräche einfach auf Russisch geführt werden, anstatt auf Englisch. Viele der Touristen hier, die nur für einen Tag herkommen, kommen aus warmen, östlichen Ländern (viele Menschen die in Dubai wohnen). Sie haben oft noch nie vorher Schnee gesehen und es ist wirklich etwas besonderes sie dabei zu beobachten wie sie den Schnee entdecken. Zum Supermarkt läuft man etwa 30-45 Minuten und die Auswahl macht die Entscheidung, was wir kochen einfach 🙂 Am ersten Tag trafen wir Michael, den Hostelbesitzer, und besprachen unsere Aufgaben hier. Später hatten wir die Gelegenheit Skier von seinen Eltern auszuleihen, sodass wir spontan und Noemi zum ersten Mal Ski fuhren (Noëmi hat das für ihr erstes Mal wirklich sehr gut gemacht).

Die ersten paar Tage schneite es sehr viel und es war so neblig und bewölkt, dass wir Gudauri, die Berge und die schöne Aussicht erst an unserem dritten Tag hier zu sehen bekamen. Doch dadurch, dass es tagelang nur geschneit hat, hatten wir dann viel und schön weichen Neuschnee. Wir liehen uns Snowboards, Helme und Brillen, um mit dem Üben anfangen zu können. Viktor lieh uns netterweise Snowboardhosen und ein paar Schuhe, die er uns ins Hostel vorbeibrachte. Nachdem wir am ersten Abend selbst ein bisschen ausprobiert hatten, kam am nächsten Tag Lauras Hostelmitbewohner Arturs für einen Tag nach Gudauri. Er konnte uns schon ein paar gute erste Tipps geben. Sein Aufenthalt wurde etwas abenteuerlicher als gedacht, und Lauras erster Snowboardtag länger als angenehm, als er bei der letzten Abfahrt seine Gopro(-Kamera) verlor, die beiden an dem Abend vergeblich loszogen, sie zu suchen, er dann spontan eine Nacht blieb und die Kamera mit Glück am nächsten Tag wiederfand. In den nächsten Tagen übten wir weiter und fuhren öfters mit Viktor, der uns einiges beibringen konnte. Wir hatten gedacht durch das Fahrradfahren der letzten Monate hätten wir genug Muskeln in den Beinen – auf jedenfall waren es noch nicht genug zum Snowboarden. Einen Tag gab es knapp einen halben Meter Neuschnee und wir fuhren (bzw. purzelten und stürzten weich) eine fast unberührte Piste im Tiefschnee hinunter. So viel Schnee hatten wir noch nie zuvor gesehen! Fast jeden Tag fuhren wir mit Viktor oder tranken abends zusammen Tee, aßen zusammen Orangen oder etwas zu Mittag, entweder bei uns in einem der Hostelwohnzimmer oder nebenan in dem Gästehaus, wo Freunde von ihm arbeiteten. Einmal wurden dort Snowboardfilme gezeigt. An einigen Tagen unternahmen wir wir einige der Wanderungen, wodurch wir die Gegend und den Ort besser kennenlernten. Die Aussicht ist wunderschön und wir genießen das viele draußen sein und die frische Luft sehr.

Unsere Technik beim Snowboarden wurde immer besser und wir fielen seltener hin. Leider hatte Laura kurz bevor wir an einem Abend zu Hause ankamen einen Unfall im Tiefschnee, wobei sie sich ihr Knie verdrehte. Nachdem es nicht besser wurde, fuhr sie am nächsten Tag nach Tbilisi, um das Knie von einem Arzt anschauen zu lassen. Dieser sagte, dass sie 6 Wochen erstmal leider keinen Sport machen sollte, damit das Innenband Zeit hat sich zu erhole 🙁 Laura ist allerdings guter Dinger, sie trainiert fleißig ihr Knie und der Schmerz laesst immer weiter nach. Vielleicht kann sie also doch noch mal die wunderschonen georgischen Berge runterfahren, bevor wir weiterreisen. Momentan ist sie wandernd unterwegs und hat gestern ein leckeres Mittagspicknick für Viktor und Noemi mit auf den Berg gebracht.

Unser Silvesterausblick über Borjomi.

Von Borjomi nahmen wir den Zug zurück nach Tbilisi.

Unsere Aussicht in Gudauri die ersten Tage.

Der Tiefschnee erschwerte uns das Einkaufen sehr.

Es hörte einfach nicht auf zu schneien.

Viktor und Noemi im Schnee versunken.

Zeit zu graben.

Noemis elegante Art zu bremsen.

Laura geniesst „Powder Day“.

 

Wo geht es als nächstes hin?

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