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Nach Tbilisi und wieder zurück in die Berge.

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Bis zum Ende unserer Zeit in Gudauri, war Lauras Knie leider noch nicht stabil genug, um wieder aufs Snowboard aufzusteigen. Während sie stattdessen die Berge, Sonne und die frische Luft beim Wandern genoss, fuhr Noemi immer schneller und eleganter die Berge hinunter. Gemeinsam machten wir einen Tagesausflug zum Lomisi-Kloster. Von dem Dorf Kvemo Mleta aus wanderten wir etwa drei Stunden den schneebedeckten Berg hinauf. Oben angekommen fanden wir eine grosse, steinerne Kirche und ein kleines Häuschen vor, in dem bis zu 5 Mönche wohnen können. Beeindruckend war, wie sie den wenigen Platz dort nutzen und sie die Betten wie Wandschränke eingebaut haben. An diesem Tag war nur einer der Mönche (und ihre Katze) zuhause. Dieser lud uns ein, uns zu Tee und Gebäck an den warmen Ofen zu setzen. Glücklicherweise waren gleichzeitig mit uns zwei Skiwanderer dort angekommen, die Georgisch sprachen und uns übersetzen konnten. Es war eine schöne Atmosphäre und bevor wir uns wieder auf den Weg machten, gab uns der Mönch noch ein paar Lebensweisheiten (zum Muttersein und Erziehen) mit auf den Weg. Die Tage und Abende verbrachten wir oft mit Vitia (Viktor) und Sveta, einer Freundin von ihm aus der Ukraine mit gemeinsamen Snowboarden, Zusammensitzen und Spielen.

Unsere Zeit in Gudauri neigte sich dem Ende zu. Bevor es wieder nach Tbilisi ging, fuhren für zwei Nächte nach Stepantsminda, noch dichter an die russische Grenze, in die Nähe eines der höchsten Berge Georgiens – Kazbeg (5033 m). Dort wanderten wir zu einer Kirche hinauf. Am nächsten Tag nahmen wir Abschied von den Bergen und kamen abends in Tbilisi an. Dort arbeiteten wir wieder als Freiwillige in den Hostels. Laura ging wieder in das gleiche Hostel, wo sie vorher auch gewesen war. In der Zwischenzeit waren jedoch einige neue langfristige Gäste angekommen, sodass es oft etwas eng war in den kleinen Räumen. Noemi fing noch am selben Abend in einem neuen Hostel an (was zu Fuß etwa 25 Minuten von Lauras Hostel entfernt liegt). Dort angekommen war sie sofort im Einsatz und für ein paar Tage alleine zuständig. Meistens waren nur wenige Gäste da, sodass sie es dann sehr genoss, das Haus (fast) für sich zu haben. Einige Nächte war es so ausgebucht, dass wir dann in einem anderen Hostel der Familie unterkamen, was ganz frisch eröffnet worden war.

Zurück aus den Bergen fiel uns besonders auf, dass die Luft in der Stadt viel schlechter war. Aber wir genossen auch die Vorteile, wie die vielen frischen und guenstigeren Sachen in den Supermaerkten, Cafes und neue Ecken kennenzulernen und Strassenkunst zu entdecken. Nur wenige Tage nach unserer Ankunft erhielten wir Besuch von unseren Gastgebern und Freunden aus Rize in der Tuerkei, was uns sehr freute!! Es war ein total schoenes Wiedersehen mit Hueseyin, Soezer, Samil, Mustafa und Burak. Wie vor drei Monaten, als wir in Roze bei ihnen waren, spielten wir wieder viel zusammen. Einen Abend sassen wir dazu in einem Cafe mit Livemusik, ein anderes Mal probierten und lernten wir neue Spiele auf dem Fabrika-Gelaende, wo auch spaeter Sveta dazustiess. Leider waren wir beide nicht ganz fit bzw. konnten die Naechte nicht gut schlafen und konnten daher nicht so viel, wie wir uns gewuenscht hatten mit ihnen unternehmen. Wir sind schon sehr gespannt wo wir uns das naechste Mal begegnen, vielleicht in Deutschland, der Tuerkei oder ganz woanders.

Waehrend unserer Zeit in Tbilisi haben wir viele Eindruecke von der Stadt gewonnen. Es gibt viel Strassenmusik. Hier haben die Musiker jedoch fast alle Kollegen, die mit einem Hut auf die Leute zukommen, um Geld einzusammeln. In den Strassen und der Metro gibt es auffallend viele Menschen, die um Geld fragen oder Kleinigkeiten verkaufen wie Blumen oder Nuesse. Die Stadt ist insgesamt vom Verkehr her sehr auf Autos ausgerichtet. Selten gibt es Ampeln, als Fußgänger wechselt man die Straßenseite bei den grossen Strassen, indem man Unterführungen benutzt. Dort gibt es oft kleine Geschäfte, Musik und Strassenkunst. Auffallend sind die grossen Kontraste, die es hier gibt. Einerseits sieht man diese an den Fahrzeugen im Verkehr, aber auch sehr deutlich am Stadtbild. Direkt in den Nebenstrassen der sehr schicken Rustaveli Strasse (sozusagen der Kudamm Tbilisis) grenzen an sehr vornehme und teure Gebaeude (wie die Oper) sehr einfache und teilweise alte Holzhaeuser. Auch direkt in der Nebenstrasse hackt der Baecker (in Lauras Strasse) das Holz fuer den Brotofen vor seiner Baeckerei. Die typischen Brote haben hier eine besondere, geborgene Form (siehe Fotos unten) und der Ofen ist halbkugelförmig mit einem Loch oben. Der Teig wird geformt und dann flach auf eine Art Kissen gelegt uns dann an der Ofeninnenseite festgeklebt (siehe Bild unten).

Es gibt Viertel mit den typischen grauen Hochhaeusern aus der Sowjetzeit, in denen aber oft auch viel bunte Strassenkunst zu finden ist. In den Supermaerkten hier, gibt es viele Sachen (z.T. aus riesigen Becken) zum Selbst-Abfuellen: Nudeln, Zucker, Mehl, Obst und Gemüse, Trockenobst, Nüsse, Kerne, Gewürze, Honig, Kekse, Süßigkeiten, Klopapier, Eier etc. Wuerden die Produkte dann nicht jeweils wieder in Platiktueten eingepackt werden, sondern in eigene Gefaesse, waere dies eine gute Moeglichkeit um Verpackungen einzusparen. Wie Fisch und Fleisch auf Maerkten (aber auch in grossen Supermaerkten) verkauft wird, ist manchmal gewoehungsbeduerftig, da zum Teil direkt ein ganzes Schwein dort liegt oder bei einem Huhn noch die Beine dran sind. Das ganze liegt dann auf Maerkten meist ohne Abdeckung oder Verpackung oder Kuehlung einfach auf den Tischen und im Supermarkt ohne Packung im Gefrierfach. Wir essen sowieso vegetarisch, aber spaetestens dann, waere das uns auch sicherer vorgekommen. Da waren wir sehr froh, ein veganes Cafe mit leckerem Essen hier zu finden.

Die Zwischenzeit haben wir dazu genutzt, Vorbereitungen fuer die Weiterreise zu Treffen, also Besorgungen zu erledigen, die Fahrraeder abfahrtsbereit zu machen, uns um Visaangelegenheiten fuer die folgenden Laender zu kuemmern (wie zum Beispiel Passbilder mit Kopftuch zu machen). Da das Wetter noch nicht sehr warm ist und wir Vitia gerne wiedersehen wollten, beschlossen wir spontan, ihn an seinem freien Tag in Gudauri zu besuchen. Diese eine Nacht kamen wir in einem sogenannnten ‚offenen Haus‘ bei dem Couchsurfer Taylor unter. In dieser Nacht schliefen dort insgesamt 10 Leute. Als wir Michael (dem Hostelbesitzer) begegneten, meinte er, dass wir gerne bis Saisonende Mitte April wieder ins Hostel ziehen koennten! Da Laura noch immer ein wenig angeschlagen war, und wir daher sowieso noch nicht aufbrechen wuerden, beschlossen wir (wahrscheinlich nicht bis April) aber zumindest fuer eine kleine Weile wieder zurueck in die Berge zu ziehen. Dort sind die Luft und die Wohnbedingungen im Hostel vor allem fuer Laura viel besser. In Tbilisi stehen nun die Raeder und der Grossteil des Gepaecks schon bereit fuer die Abfahrt. Bis dahin geniessen wir den Schnee, das Snowboarden und die gute Luft 🙂

Laura entdeckt die Fitnessraeume in Gudauri.

Zur Abwechslung mal auf Reifen die Berge hinunter fahren.

Wanderung zum Lomisi Kloster.

Ankunft beim Lomisi Kloster. Im Hintergrund sieht man das von Russland besetzte Gebiet.

Tee und Kekse mit dem Moench.

In der Abenddaemerung ging es den Berg wieder runter.

Der Ort Stepantsminda zum Fusse des Berges Kasbek (5033 m).

Auf dem Weg zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche. Im Hintergrund zieht man den Berg Kasbek.

Noemi geniesst die Aussicht.

Gergetier Dreifaltigkeitskirche.

Die Rize-Jungs und Sveta an unserem letzten Abend zusammen.

Verspaetete Weihnachtspost von Alex aus Berlin.

Lauras Hostel, ihre Mitbewohner und Mitarbeiter Che und Sam und Noemi als gerngesehender Dauergast.

Vitia schleift alte Stuecke von Skateboards zu Schmuck.

Und das ist das Resultat von Vitias Arbeit.

Laura nach langer Pause wieder auf dem Brett.

 

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